San Michele 3

San Michele – Ein Turm zum Schutz des weißen Goldes

In der italienischen Provinz Ravenna liegt der kleine Fischerort Cervia. Glaubt man der Legende, erhielt die Stadt ihren Namen von dem Hirsch (auf Italienisch „cervo“), der vor Erzbischof Lodi vor Demut auf die Knie ging, wie auf dem Stadtwappen noch heute zu sehen ist. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass der Name vom italienischen Wort „acervi“, zu Deutsch „Salzhaufen“, abstammt.

Photoarchiv Tourismus Amt der Stadt Cervia
Photoarchiv Tourismus Amt der Stadt Cervia

Wenn eine Stadt schon den Namen „Salz“ trägt, liegt es nahe, dass diesem einst große Bedeutung beigemessen wurde. Und so ist es – die Region lebte früher neben Fischerei und Landwirtschaft hauptsächlich von der Salzgewinnung aus der Camillone Saline. Das von den Salinen mühsam gewonnene weiße Gold musste natürlich vor Räubern und Plünderern bewahrt werden. 1691 wurde unter Graf Michelangelo Maffei daher zur Verteidigung der Stadt der San Michele Turm erbaut. Maffei, 1682 bis 1706 Schatzmeister der Romagna, ließ den Turm Tag und Nacht besetzen, um das kostbare Gut zu verteidigen, das im Inneren des Turms aufbewahrt wurde.

San Michele 3

Der quadratische Turm ist über 22 Meter hoch. Mit einer Mauerdicke von drei Metern ist er eine richtige kleine Festung mit winzigen Fenstern und Schießscharten. Im Turmgebäude selber waren angeblich bis zu 300 Wachen untergebracht, um jederzeit Widerstand leisten zu können.

Heute ist der Turm in der historischen Altstadt Sitz des Fremdenverkehrsbüros. Ein Marmorrelief über der Eingangstür erinnert noch heute an vergangene Zeiten. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die zu Cervia gehörende Ortschaft Milano Marittima erbaut, da die Salzproduktion, Fischerei und Landwirtschaft nicht länger profitabel waren. Nach dem Bau der ersten Bahnverbindung erfährt die Ortschaft eine bemerkenswerte, städtische Entwicklung. Die einflussreiche Mailänder Bürgerfamilie Maffei schloss mit der Stadt einen Vertrag, in dem vereinbart wurde, Grundstücke zum Bau von Villen, Gärten und Parks zur Verfügung zu stellen. Somit entwickelte sich Milano Marittima zu einem der angesagtesten Plätze der Adriaküste.

San Michele 2

Direkt am Strand und unweit des Zentrums von Milano Marittima entfernt liegt das MarePineta Resort inmitten eines jahrhundertealten Pinienwaldes. Gäste, die Cervia und die Naturlandschaft um das Resort herum erkunden wollen, können sich im Resort Fahrräder ausleihen. Im MarePineta Beach lässt es sich nach einem Städteausflug entspannen.

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